Der unvergessene Musikant - Karansebesch

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Der unvergessene Musikant

Erinnerungen

Gedenken an Erwin Tremmel


    Es sind nun schon so viele Jahre her, seit unser all beliebter Freund von uns gegangen ist. Wie die Zeit doch schnell vergangen ist. Er verstarb nach einer schweren Krankheit, im Alter von 21 Jahren, ausgerechnet an seinem Geburtstag, alleine, in einem Münchner Krankenhaus, fern der Heimat und seiner Familie.
    Erwin wurde am 21. Dezember 1967 in Karansebesch geboren. So waren seine Eltern, die in  
Neu-Karansebesch wohnten, ganz glücklich mit der Geburt ihres ersten Sohnes. Neu-Karansebesch
gehört zu Karansebesch und ist nur durch einen Fluss, der „Sebesch" getrennt.
   Mit 6 Jahren bekam er zu seinem Geburtstag ein Akkordeon geschenkt und man merkte alsbald
sein musikalisches Talent. Er bekam dann auch Unterricht und so konnte er schon bald so einiges darauf spielen. Seine Familie hatte ihn schon früh zum Gottesdienst mitgenommen, wo er dann später auch oft ministrierte. Angeln ging er auch gerne und er fuhr stets mit seinem Fahrrad überall hin. Reparieren konnte er es bei Bedarf auch selber, da war er sehr geschickt. Auch in örtlichen Theaterstücken spielte er großartig mit, doch seine große Leidenschaft war die Musik. Schon mit 12 Jahren trat er mit seinem Akkordeon im Theater als Solist auf. Später spielte er mit der Neu-Karansebescher Musikkapelle auf Bällen zum Tanz auf. Er kaufte sich ein Keyboard, so das er alsbald die neuesten Schlager und aktuellen Musiktitel darauf spielen konnte. Selbst in der Kirche begleitete er den Gottesdienst souverän an der Orgel. Nach seinem deutschsprachigen Schulabschluss ging er zur Berufsschule, wo er Automechaniker lernte.
   Schön war die Feier seines 18. Geburtstages, doch danach erkrankte er an Gelbsucht. Davon genesen ging es wieder zur Werkstätte, wo er inzwischen als Geselle arbeitete. Im Jahre 1987 klagte er schon, dass mit seiner Niere etwas nicht stimmte, so wies man ihn in die Klinik ein, wo er längere Zeit untersucht wurde. Er erholte sich wieder und da er mit seiner großen Liebe schon verlobt war, sollte nun auch bald die Hochzeit folgen. Man traf auch schon die Vorbereitungen dafür, doch es ging ihm wieder schlechter, so kam er ins Kreiskrankenhaus nach Temeswar, wo man ihm einen Tumor von der Niere entfernte. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus hielt sein  gebesserter Gesundheitszustand nur kurz an und es wurde immer schlechter um ihn. Voller Sorge und in der Hoffnung auf eine bessere ärztliche Behandlung, entschloss man sich in den Westen, nach Deutschland zu flüchten. Mit seinem Vater und seiner Verlobten wurden sie in Yugoslawien jedoch gefasst und kamen ins Gefängnis, wo er keine ärztliche Behandlung bekam. Da sein Gesund-
heitszustand sich immer mehr verschlechterte, flog man ihn, mit Hilfe der deutschen Botschaft,
per Hubschrauber ins Münchner „Krankenhaus Bogenhausen". Doch leider viel zu spät...,er ver-
starb kurz danach, am 21. Dezember, an dem Tag wo er gerade mal 21 Jahre wurde.
   Beerdigt wurde Erwin auf dem Friedhof der Stadt Ulm, dort wo auch seine Familie jetzt lebt.

Ruhe weiterhin in Frieden!


Manfred Christian

 
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